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Koinamen und was dahinter steckt

Der angehende Koiliebhaber wird schon sehr bald mit vielen, ihm zunächst unbegreiflichen Namen konfrontiert. Viele Menschen ha­ben eine große Antipathie gegen Namen und besonders gegen kom­plizierte, ausländische Namen.

So sträuben sich viele Aquarianer wis­senschaftliche Namen für ihre Zierfische und Wasserpflanzen zu ge­brauchen. Sie sind der Meinung, mit deutschen Namen auszu­kommen. Das führt leider immer wieder zu großen Irrtümern und Mißverständnissen, denn die deutschen Namen sind nicht eindeutig und im internationalen Maßstab schon gar nicht zu gebrauchen.

Dieselben Probleme gibt es mit den Koinamen.
Hierbei handelt es sich aber nicht um wissenschaftliche Namen, sondern um japani­sche Bezeichnungen. Der wissenschaftliche Name für alle Koi (Karp­fen) ist Cyprinus carpio.

Die Koi, oder besser gesagt Nishikigoi, sind lediglich Farbvarianten des normalen Wild- bzw. Speisekarpfens, den die Japaner mit Magoi bezeichnen.

Wie erfolgt die Bewertung von Koi?

Zunächst muß festgestellt werden, um welche Zuchtform es sich handelt, und in welche der 13 Hauptgruppen ein zu bewertender Koi eingeordnet werden kann. Nur so ist eine Bewertung möglich. Auf Ausstellungen findet man hervorragende, gute und gewöhnli­che Koi. Schlechte Koi sollten nicht ausgestellt werden. Hervorragende Koi (Yugoi) sind sehr selten, davon wird in jedem Jahr höchstens nur einer gezüchtet. Ein hervorragender Koi hat nur Vorzü­ge und keine Mängel. Auf jeden Fall erringt ein solches Tier einen der vorderen Preise. Bei entspre­chender Größe wird er sicher sogar Grand Champion. Gute Koi (Ryogoi) weisen so­wohl gute als auch schlechte Bewertungspunkte auf. Hier­zu gehören die meisten Preis­träger-Kai.

Gewöhnliche Koi (Bongoi) haa ben weder Vor- noch Nach­teile. Bei schlechten Koi (Da­goi) überwiegen die negativen Merkmale.Sie sind nicht wert, Nishikigoi genannt zu werden.

Leider gibt es keine perfekten Koi, außer den schlechten haben alle gute und schlechte Eigenschaften, und zwei völlig gleiche Koi wird man auch nicht finden.

Die Schwierigkeiten bei der Bewertung bestehen nicht in der Ein­schätzung von hervorragenden und schlechten Koi, sondern darin, einen guten dem gewöhnlichen Koi vorzuziehen. Dazu ist unbe­dingt eine positive Einschätzung notwendig, d.h., die guten Eigen­schaften eines Koi müssen entsprechend in den Vordergrund ge­stellt werden. Es darf nicht passieren, daß einem mittelmäßigen (ge­wöhnlichen) Koi der Vorzug gegeben wird, während ein guter Koi mit einem geringen Fehler an zweite Stelle rückt. Deshalb sollen bei einer Koibeurteilung stets nur die guten Punkte beachtet werden; die schlechten Punkte werden nur beim Vergleich von Koi dersel­ben Qualität herangezogen.

Als Anfänger in der Koibewertung läßt man sich im allgemeinen sehr von der Zeichnung eines Koi beeindrucken. Diese spielt aber bei der Bewertung eine relativ untergeordnete Rolle, sie steht an letzter Stelle. So kann z.B. durchaus ein in Form und Farbe hervor­ragender Koi mit einem geringfügigen Zeichnungsmakel Ausstellungs­sieger werden.

Eine gute Bewertung auf einer Ausstellung schlägt sich natürlich auch im Verkaufspreis eines Koi nieder. Außerdem bestimmen aber auch Angebot und Nachfrage den Preis von Koi. So sind mit Sicher­heit neue und schöne Zuchtformen sehr gefragt und deshalb be­sonders teuer.

Die 13 Hauptvarietät der Koi

Die 13 Hauptgruppen heißen:

Kohaku, Taisho-Sanshoku, Showa-Sanshoku, Bekko, Utsurimono, Asagi & Shusui, Koromo, Ogon, Hikari-moyomono, Hikari­Utsurimono, Kawarimono, Kinginrin und Tancho. Seit 1997 hat man in Japan Asagi und Shusui sowie Ginrin und Ginrin-Gosanke getrennt.

Wie erlernt man die Beurteilung von Koi am besten?

Zunächst ist es natürlich wichtig, die Charakteristika der einzel­nen Zuchtformen zu kennen. Diese müssen zunächst ganz theore­tisch erlernt werden. In der Praxis ist es als Anfänger dann trotzdem sehr schwierig, einen Koi als Einzelstück zu beurteilen. Gewöhnlich konzentriert man sich dabei zu sehr auf Einzelheiten und verliert den Gesamtüberblick.

Die beste Möglichkeit der Beurteilung ist immer noch der Ver­gleich. Aber auch dazu gehört sehr viel Übung. Man sollte jede Gelegenheit wahrnehmen, um für sich Koi durch Vergleich zu beur­teilen, indem man z.B. Koi bei anderen Liebhabern und bei Händ­lern versucht, einzuschätzen. Dabei sollte die Orientierung an wert­vollen Koi geschehen. Es hat wenig Sinn, die eigenen Koi mit schiechteren zu vergleichen. Man muß „ohne Scheuklappen“ die Schwach­stellen der eigenen Koi erkennen können.

Sehr wichtig für die Beurteilung von Koi ist der Besuch von Aus­stellungen. Hier sollte versucht werden, die Beurteilung der einzel­nen Koi durch die Wertungsrichter privat nachzuvollziehen. Dabei wird man zunächst sicher sehr oft vor Rätsel gestellt. Im Zweifelsfall kann ein Wertungsrichter gebeten werden, sein Urteil zu begründen. Wenn es möglich und gestattet ist, sollte man vielleicht auch einmal mit den Bewertungsrichtern mitgehen, die Bewertung beob­achten und versuchen, im Stillen mitzuwerten, ohne natürlich zu stören. Trotz allem ist der Weg lang, bis jemand in der Lage ist, Koi so einzuschätzen, daß seine Bewertung mit denen der Wertungs­richter übereinstimmt.

Merke: Die Körperform eines Koi läßt sich nicht eindeutig nach einer Fotografie beurtei­len. Die Fotografie stellt eine Momentaufnahme- meistens während der Bewegung des Fisches – dar, dadurch erscheint die Körperhaltung oft sehr ungünstig. Das muß man wissen, weil Koi oft nach einer Fotografie beim Händler bestellt werden.